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Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung - auch noch im 21. Jahrhundert

Aktualisiert: Okt 22


Auf der Erstifahrt im Wintersemester 2018 kam es zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung.

Nach den polizeilich erfassten Fällen wurde 2010 alle 68 Minuten eine Person in Deutschland vergewaltigt (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1587/umfrage/vergewaltigung-und-sexuelle-noetigung/), dabei liegt die Dunkelziffer deutlich höher - schätzungsweise zeigen nur 15% der Opfer die Tat an (https://www.frauenrechte.de/images/downloads/hgewalt/Sexuelle-Gewalt-in-Deutschland.pdf). Wenn die Tat angezeigt wird liegt die Verurteilungsquote bei ca. 13%, was im europäischen Ländervergleich unterdurchschnittlich ist (ebd.).

In Brandenburg gab es 2017 243 angezeigte Fälle von versuchter und vollendeter Vergewaltigung oder sexueller Nötigung, wobei die Dunkelziffer unbekannt ist (https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2017/InteraktiveKarten/04VergewaltigungSexNoetigung/04_VergewaltigungSexNoetigungBrandenburg.pdf;jsessionid=7ABE65A7B1AFFD1016CCB3D708AC0AFA.live2302?__blob=publicationFile&v=2).

Als AStA beziehen wir klar gegen jegliche Art von sexueller Belästigung und Gewalt Stellung. Dazu gehört auch, solche Fälle nicht zu verschweigen und im Interesse der Opfer zu handeln. Daher wollen wir das Thema in den Vordergrund rücken und die Aufmerksamkeit darauf lenken, da leider auch noch im 21. Jahrhundert und trotz der #metoo-Debatte solche Übergriffe keine Seltenheit sind.

Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung sind immer noch ein Tabu-Thema. Zu oft wird den Opfern nicht zugehört, nicht geglaubt und kein sicheres Umfeld geboten. Jedes Mal, wenn das passiert, signalisiert das den Tätern, dass sie nichts falsch gemacht haben, dass sie nicht gerade eine Person für den Rest ihres Lebens traumatisiert haben und ihr seelische und körperlichen Schmerz zugefügt haben – und, dass ihre Straftat keine Konsequenzen nach sich zieht. Aber solche Dinge ändern sich nur, wenn offen darüber gesprochen wird. Daher ermutigen wir auch alle Menschen miteinander in den Dialog zu treten, über Vorfälle sexueller Gewalt zu sprechen, dementsprechende Veranstaltungen zu besuchen und sich Hilfe zu suchen, wenn sie selbst betroffen sind.

Eine Universität sollte ein sicherer Platz für ALLE sein, ein Ort an dem man in einem sicheren und toleranten Umfeld lernen kann. An Universitäten wird die Zukunft gestaltet und wenn wir eben solche Dinge nicht ernstnehmen, dann sieht die Zukunft nicht gut aus. Deshalb möchten wir als AStA uns in Zukunft intensiver mit dem Thema befassen und ein Auffangnetz für Opfer bieten. Es ist wichtig sich deutlich zu machen, dass an einer solchen Tat nur der Täter Schuld ist und niemand anderes - das wird auch bei Diebstahl nicht hinterfragt! Die oben genannten Zahlen sollen und können nicht durch die Anpassung der potentiellen Opfer durch z.B. Selbstverteidigung, verringert werden. Die potentielle Täterzahl muss durch Sozialisierung und Bildung minimalisiert werden, dass muss schon im Kindergarten passieren und am Arbeitsplatz weitergeführt werden.

Wir appellieren an jede*n Einzelne*n von euch, aufmerksam zu sein und bei Vorfällen sexueller Gewalt nicht wegzuschauen. Wir müssen uns als Gesellschaft aufeinander verlassen können und den Betroffenen, ob sie sich nun entscheiden eine Anzeige zu stellen oder nicht, eine Stimme geben. Das bedeutet auch, Kommiliton*innen, Freund*innen, Familie und sich selbst zu hinterfragen und gegebenenfalls zur Verantwortung zu ziehen und Betroffenen eine helfende Hand zu reichen. Es ist notwendig, den Menschen um sich herum zu sagen, wenn sie etwas falsch machen und sie nicht für solche Taten zu verteidigen.

Aufgrund des laufenden strafrechtlichen Verfahrens sind keine weiteren Informationen möglich.

Frauennotruf: 08000 116 016

AnsprechpartnerIn der Universität:

Gleichstellungbeauftragte: Sahra Damus, 335 5534 4795, gleichstellung@europa-uni.de

Gez.

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Europa-Universität Viadrina


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